Unter Warzen werden infektiöse, aber meist harmlose Wucherungen auf der Haut oder den Schleimhäuten verstanden, wobei in der Regel nur die obersten Hautschichten befallen sind. Da Warzen oft stören und aus ästhetischer Sicht einen Makel darstellen wird in der Apotheke häufig nach Mitteln zum Warzenentfernen gefragt.
Entgegen einer weitverbreiteten Meinung haben Warzen keine Wurzel und verzweigen sich nicht. Die gelegentlich sichtbar werdenden schwarzen Punkte sind lediglich Kapillargefäße, die durch das wuchernde Hautwachstum mit geronnenem Blut verlegt sind.
Warzen werden beim Menschen durch das humane Papilloma-Virus (abgekürzt: HPV) hervorgerufen, von dem mittlerweile mindestens 30 verschiedene Arten bekannt sind. Diese Viren führen zur Bildung von folgenden unterschiedlichen Warzentypen:
Gewöhnliche Warzen: Hierbei handelt es sich um harte, deutlich abgegrenzte, runde oder unregelmäßige, fleischfarbene bis braune Hautauswüchse bis zu ca. 6 mm Durchmesser. Sie haben oft eine zerklüftete Oberfläche und treten normalerweise an verletzungsgefährdeten Stellen (z. B. Hände, Gesicht, Knie oder Kopfhaut) und besonders häufig bei kleinen Kindern auf.
Flache Warzen: Oben abgeflachte, fleischfarbene Knoten, die hauptsächlich an den Handgelenken, dem Handrücken und im Gesicht auftreten. Diese Warzen können jucken.
Fingerförmige Warzen: Gelegentlich dunkel gefärbte Wucherungen mit fingerartigen Verlängerungen.
Fadenwarzen: Lange, dünne Wucherungen, die auf den Augenlidern, in der Achselhöhle oder am Nacken auftreten können.
Sohlen- oder Dornwarzen: Sie werden durch den auf die Fußsohle einwirkenden Druck flach abgeplattet, ansonsten unterscheiden sie sich aber nicht von den vorgenannten Typen.
Dellwarzen: Kleine, harte, stecknadelkopf- bis erbsengroße, hautfarbene oder hellere Papeln. Die kleinen Knötchen sehen oft aus wie Perlen und sind treten häufig sie in Gruppen auf. In der Mitte erscheint oft eine kleine Delle, die zur Namensgebung geführt hat. Sie treten häufig im Gesicht und am Hals und im Genitalbereich auf. Der Inhalt ist hochinfektiös und kann durch Kratzen freigesetzt und verbreitet und übertragen werden. Deshalb ist nach einer Behandlung eine Desinfektion des behandelten Gebietes unerlässlich.
Warzen im Genitalbereich: Ausgedehnte, rosafarbene Warzenflächen mit blumenkohlartiger Oberfläche können an den Genitalien bei Männern und Frauen gleichermaßen auftreten (sogenannte Feigwarzen). Auch der Sexualpartner muss unbedingt auf eine Erkrankung untersucht werden, da man sich gegenseitig beim Geschlechtsverkehr anstecken kann. Eine Übertragung des Virus kann aber durch Kondome verhindert werden.
Etwa die Hälfte aller Warzen verschwindet auch ohne Behandlung in sechs bis zwölf Monaten. Bei Warzen im Genitalbereich und schmerzhaften Sohlenwarzen ist jedoch eine sofortige Behandlung erforderlich. Gewöhnliche und flache, sowie Warzen an den Fußsohlen werden durch Auftragen eines flüssigen Medikamentes oder Auflegen eines speziellen Pflasters entfernt. Diese Medikamente enthalten Salicylsäure und/oder Milchsäure und unter Umständen sind mehrere Anwendungen nötig, denn gelegentlich tritt eine Warze erneut auf. Warzen werden auch durch Kryochirurgie (Warzen vereisen) behandelt, wobei die erkrankte Stelle mittels flüssigen Stickstoffs eingefroren wird. Beim Wiederauftauen bildet sich in der Haut dann eine Blase, die die Warze abhebt.
Alternative Behandlungsmethoden sind auch Kauterisation (= Gewebszerstörung durch Wärme oder ein kaustisches Mittel), Kürettage (= Auskratzen mittels einem chirurgischen Instruments) oder, als modernste und meist effektivste Methode, die Laserbehandlung der Warzen.
Bei hartnäckigen, immer wiederkehrenden Warzen, starkem Befall oder Unklarheit über den Befund ist die Konsultation eines Hautarztes erforderlich.
geschrieben von parcelmed am 28.11.2010 - 19:04:40 - letzte Bearbeitung am 06.03.2011 - 10:58:18